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Recht / Zivilrecht 
Freitag, 19.08.2022

Miteinander verbundene Einzelflüge stellen keinen zusammengesetzten Flug dar

Auch bei einem einheitlichen Buchungsvorgang von zeitlich aufeinander abgestimmten Einzelflügen können zwei separate Einzelverbindungen im Sinne der Fluggastrechte-Verordnung (EG) Nr. 261/04 vorliegen. Dies entschied das Amtsgericht Frankfurt in einem rechtskräftigen Urteil, in dem es um Entschädigungszahlungen wegen der Verspätung eines der Teilflüge ging (Az. 32 C 586/21 (90)).

Im vorliegenden Fall buchten die betroffenen Fluggäste online über ein Buchungsportal je einen Flug von Lanzarote nach Frankfurt. Die Beförderung sollte mittels zweier Flüge der beklagten Airline, namentlich von Lanzarote nach London und von London nach Frankfurt erfolgen. Jedoch erreichten die Fluggäste London zunächst mit einer Verspätung von 1 Stunde und 55 Minuten. Da das Gepäck nicht bis Frankfurt am Main durchgebucht worden war, mussten sie dort eine Sicherheitskontrolle passieren und ihr Gepäck abholen, um dieses dann für den weiteren Flug nach Frankfurt neu aufzugeben. Dadurch wurde der zweite Flug nach Frankfurt nicht mehr erreicht. Die Klägerin begehrte von der beklagten Airline deshalb eine Ausgleichszahlung nach der Fluggastrechte-Verordnung wegen verspäteten Beförderung sowie den Ersatz der durch die Umbuchung entstandenen Mehrkosten.

Die Klage hatte vor dem Amtsgericht Frankfurt keinen Erfolg. Trotz des mittels Buchungsportal erweckten äußerlichen Anscheins, dass es sich um Teilstrecken einer zusammenhängenden Verbindung handle, seien im Streitfall nicht ein zusammengesetzter Flug mit zwei Teilabschnitten, sondern zwei einzelne Flüge (sog. Reihenbuchung) gebucht worden. Den Fluggästen seien separate Buchungsnummern und getrennte Einzelpreise für zwei Flüge mitgeteilt worden. Ebenfalls sei eine Allgemeine Geschäftsbedingung der beklagten Airline, wonach diese als „Punkt-zu-Punkt“-Fluglinie „keine Verantwortung für das Erreichen von Anschlussflügen“ im Fall der eigenverantwortlichen Reihenbuchung zweier zeitlich aufeinanderfolgenden Flugverbindungen übernehme, nicht zu beanstanden. Für die Zwecke der Fluggastrechte-Verordnung sei in der Folge der jeweilige Flug separat zu betrachten, sodass Ausgleichsansprüche mangels relevanter Verspätung nicht ausgelöst worden seien.

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